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Station ladebereit

Frankreich 2021 - Eine herrliche Unmöglichkeit



Wir sind wieder Dahoam :-) Der Versuch mit unserem VW e-UP und unserem T@B 320 Wohnwagen von München nach Bordeaux zu fahren ist zwar gescheitert, aber wir haben trotz aller Widrigkeiten einen herrlichen, 3-wöchigen, Urlaub verbracht.

Am Anfang der Fahrt lief alles wie am Schnürrchen. Die CCS Ladeinfrastruktur in Deutschland ist prima geeignet sogar die durch den Wohnwagen reduzierte Reichweite beim e-UP von maximal 125 km abzudecken. An den Deutschen Ladesäulen hatten wir kein einziges Mal schwierigkeiten. Sie waren immer frei und wir mussten, sehr zu unserer Verwunderung und Freude, kein einziges Mal den Wohnwagen abkoppeln um laden zu können.

Frohen Mutes fuhren wir also über die Grenze nach Frankreich und landeten dort in eine CCS Lade-Steinzeit. Wir waren zwar vorgewarnt, dass die Schnellladeinfrastruktur in Frankreich nicht so weit ist wie in Deutschland, aber das es so desolat sein würde haben wir nicht erwartet. Von den ersten 3 Ladestationen die wir angefahren haben waren 2 defekt und an der Dritten wurden uns durch ein Zeittarif mehr als ein Euro pro Kilowattstunde berechnet. Solche Zustände gab es Deutschland noch nicht mal 2015 ...

Wir mussten also feststellen, dass wir so Bordeaux nur mit sehr viel Mühen und ohne große Freude erreichen würden und der Rückweg würde wohl ähnlich verlaufen. Das wäre nicht wirklich Urlaub, also mussten wir umplanen.



Kurze Etappen durch Elsass/Lothringen mit schönen Ausflügen wurde die Alternative und das war ein guter Plan. Hervorragende Campingplätze, nette Menschen, wunderschöne Städte (Metz!!!) und herrliches Essen. Das ist Urlaub :-)



Allerdings weiterhin defekte Schnelllader ... Wir haben noch 2 weitere probiert. Beide defekt. Frankreich hat hier noch einen weiten Weg zu gehen. Wir haben uns damit beholfen, über Nacht auf den Campingplätzen mit dem Ladeziegel zu laden. Erfreulich war, dass wir auf den Campingplätzen in Frankreich niemals extra für den Strom für das Auto zahlen mussten, allerdings mussten wir die Campingplätze peniblest danach aussuchen, ob sie 10A Strom anbieten. Das war nicht selbstverständlich, da viele Plätze nur 6A anbieten.

Von Frankreich aus sind wir dann über die Eifel, Limburg a.d. Lahn und den Spessart wieder zurück nach Hause. Insgesamt ca. 1.800 km Roadtrip.



Der e-UP zieht den 750 kg leichten T@B 320 ganz wunderbar. Wir sind unerwartet in eine 18% Steigung geraten, sogar das ging (ist nicht erlaubt und da möchte ich dann auch nur ungern anfahren müssen). Das Fahrverhalten vom Gespann ist super. Der Durchschnittsverbauch lag bei erfreulichen 21,5 kWh/100 km. Die Reichweite von 125 km ist natürlich äußerst bescheiden, aber hey es ist ein e-UP. Vom Gewicht waren wir auch sehr zufrieden. Mit dem Heckträger am T@B konnten wir die Stützlast prima auf die 50 kg austarrieren. Die Klamotten konnten in den Schrank untergebracht werden und der Kühlschrank war immer gut gefüllt. Die 750 kg Gesamtgewicht konnten wir easy einhalten. Restliches Gepäck passte gut in den e-UP. Für zwei Personen auf Tour funktioniert das Gespann wunderbar.

Tagesetappen von 300 km mit zwei mal laden sind in Deutschland kein Problem. Dafür braucht man dann 6 bis 7 Stunden. Da ist dann der Weg das Ziel :-) Allerdings sind in Deutschland die Campingplätze und der Strom auf den Campingplätzen teuer. Auf einem Platz haben wir 18 Euro Strom bezahlt. Da müssen die Campingplätze in Zukunft umdenken, um der Elektromobilität gerecht zu werden.

Als Fazit können wir sagen, dass der e-Up ein prima Zugfahrzeug ist. Nur die Reichweite und die Ladegeschwindigkeit machen das Ganze zum Abenteuer. Aber das wolten wir ja so. Ein VW ID.4 oder Tesla Mod. 3 wären sicherlich die bessere Wahl als Zugfahrzeug. Damit sollte sogar die Ladehölle von Frankreich zu meistern sein.

Wir werden sicherlich noch mehr spannende elektrische Fahrten mit unserem Gespann erleben ...

Schee ist's :-)

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